Achtsamkeitstraining für den Alltag: Lerne jetzt wie du deinen Geist schulen kannst!

Achtsamkeitstraining

Hier sitzt ein junger Mönch und schöpft Wasser
Achtsamkeitstraining für den Geist

In dem letzten Artikel sind wir auf die Hintergründe der Meditationspraxis eingegangen und haben ergründet, welche möglichen Vorteile sie für uns bereithält. Nun ist es an der Zeit, das Gelernte anzuwenden. Deshalb werden wir in diesem Artikel, das Achtsamkeitstraining näher betrachten, das wie ich finde, einen optimalen Einstieg in das Meditieren darbietet.

Ich werde dir hierbei, zu Beginn also eine Achtsamkeitsübung präsentieren, die dich mit der Mediationspraxis vertraut macht. In den nächsten Artikeln, werde ich dann detailierter auf weitere Techniken eingehen.

 

Was bedeutet Achtsamkeit?

 

Sich in Achtsamkeit zu üben bedeutet, ein Objekt, einen Zustand oder eine Situation in vollem Maße wahrzunehmen. Wenn du mal überlegst, ist es häufig sehr schwierig Momente oder Situationen mit gebündelter Aufmerksamkeit wahrzunehmen, da wir in unserem Alltag häufig von so vielen Reizen umgeben sind, die es uns erschweren einen gewissen Fokus aufzubauen.

 

Der innere Autopilot

 

Wir laufen durch die Straße, gehen den üblichen Weg zur Arbeit und verlieren uns dabei in unseren Gedanken. „Welche Dinge muss ich heute noch erledigen und komme ich überhaupt pünktlich zu meinen Terminen?“ Mit jedem Schritt den wir gehen, bilden sich neue Szenarien in unserem Kopf und kurz bevor wir an unserem Ziel angekommen sind, erwachen wir aus unserer „Trance“ und gehen weiter unseres Weges. Es scheint, als ob wir den inneren Autopiloten angeschaltet haben und die Kontrolle an ihn übergeben haben. Für viele Menschen ist dieser Zustand selbstverständlich, jedoch stellt sich die Frage was genau passiert, wenn wir dauerhaft unseren Autopiloten angeschaltet haben und in diesem Zustand verweilen?

Im Endeffekt, wird uns eine Seite des Lebens vorenthalten, die wir so noch nie wahrgenommen haben. Wir sind durch den Autopiloten, die meiste Zeit des Tages nur in eingeschränkter Weise anwesend und nehmen so nicht voll und ganz am Leben teil. Durch die Achtsamkeit, wird unsere Wahrnehmung geschult, die es uns dann ermöglicht die Fülle des Lebens in größerem Ausmaße wahrzunehmen. Dabei können wir bereits in einfachen Situationen unsere Achtsamkeit schulen und dabei häufig Freude und Glück in uns auslösen. Ein kleiner Spaziergang kann uns dann bereits viele Möglichkeiten darbieten, um uns in Achtsamkeit zu üben und dabei unsere Umgebung oder unser Innenleben zu erforschen.

Auf dem Weg zur Arbeit, können wir zum Beispiel also bewusst unsere Schritte wahrnehmen oder in Gesprächen mit unseren Liebsten, mit voller Aufmerksamkeit zuhören, ohne uns in unseren Gedanken zu verlieren. Wir können aber auch in stressigen Situationen, unseren eigenen Körper wahrnehmen und dadurch beobachten, wie dieser auf die Situation reagiert. Dadurch kann uns zum ersten Mal bewusstwerden, wie wir uns in gewissen Situationen verlieren können und dabei die Kontrolle abgeben.

Es ist beinah banal, aber sich in Achtsamkeit zu üben, bedeutet „jediglich“ seine Aufmerksamkeit auf etwas Bestimmtes zu bündeln und somit eine gewisse Präsenz aufzubauen. Das Ganze hört sich jedoch leichter an als gesagt und bedarf meistens ein gewisses Maß an Übung.

 

Vorbereitung für die Achtsamkeitsübungen

 

Bevor du mit der Meditation beginnst, solltest du dir einen Ort aussuchen, an dem du dich für ein paar Minuten zurückziehen kannst, ohne das dich jemand stört.

Als nächstes setzt du dich am besten auf einen Stuhl oder ein Meditationskissen. Du kannst dabei die Beine überkreuzen oder im Lotussitz sitzen. Mach dir hierbei aber nicht all zu viele Gedanken über die Sitzposition, wichtig ist nur das du dich wohlfühlst und du bequem in einer Haltung sitzt, in der du für eine Weile verweilen kannst, ohne dich hin und her bewegen zu müssen. Auf einem Stuhl ist es hilfreich, wenn du an der Stuhlkante sitzt, da du hierbei ein besseres Gefühl für einen aufrechten Rücken bekommst. Wenn du möchtest, kannst du dir zudem einen Timer einstellen, der dir nach einer gewissen Zeit das Ende der Meditation signalisiert. Zu Beginn empfehle ich dir hierbei ungefähr 5 Minuten. Natürlich kannst du die Zeit nach deinen Vorstellungen anpassen und Schritt für Schritt die Dauer deiner Meditation steigern.

 

Achtsamkeitstraining: Verbindung mit dem Atem aufnehmen

 

Als Einstieg in die Achtsamkeitsmeditation eignet sich zu Beginn, vor allem das Fokussieren auf den Atem. Der Atemfluss ist eine der wichtigsten Funktionen des Lebens und reguliert zudem viele körperliche Reaktionen. Wenn wir zum Beispiel aufgeregt oder gestresst sind, wird unsere Atmung schnell und flach. Oftmals fällt uns diese Reaktion gar nicht auf und wie so oft, sind wir der Situation scheinbar hoffnungslos ausgeliefert. Eine ruhige und tiefe Atmung, wird sich hingegen in einem klaren und stabilen Geist wiederspiegeln. Lernen wir also unseren Atemfluss häufiger wahrzunehmen, können wir direkten Einfluss auf unsere körperlichen Reaktionen, sowie unseren Geisteszustand nehmen.

Wenn du nun auf deinem Stuhl/Kissen Platz genommen hast, solltest du zunächst deine Augen schließen und dabei deine Aufmerksamkeit lediglich in die Gegenwart bringen. Finde hierbei heraus was es zu erforschen gibt. Wie fühlt sich dein Körper an? Welche Gedanken machst du dir gerade oder welche Geräusche hörst du? Versuche einfach das zu beobachten, was in diesem Moment geschieht.

Nach einer Weile, kannst du dir im Rausch dieser Eindrücke bewusstmachen, dass du atmest, oder besser gesagt, dass das Atmen geschieht. Durch die Konzentration auf den Atem wollen wir lernen, unsere Aufmerksamkeit in der Gegenwart zu bündeln. Versuche deshalb, deinen Atemfluss in seiner natürlichen Form wahrnehmen, ohne zu versuchen ihn hierbei zu beeinflussen. Ist deine Atmung flach oder tief? Atmest du eher in die Brust oder in deinen Bauch hinein? Vielleicht wirst du relativ schnell merken, dass deine Aufmerksamkeit sich in einem aufkommenden Gedanken verfängt. Das ist ganz normal und du solltest hierbei nicht zu streng mit dir selbst sein, da es zu Beginn sehr schwierig sein kann die Aufmerksamkeitsspanne für längere Zeit auf so etwas einfaches wie den Atem zu richten. Falls du von deinem Atem abschweifst, wende dich einfach ohne jegliches Beurteilen deiner Leistung oder der Situation wieder deinem Atem zu.

Mit ein bisschen Übung wird es dir immer leichter fallen, deine Aufmerksamkeit für längere Zeit aufrecht zu erhalten und du wirst merken, wie du ganz natürlich anfängst, tief und ruhig in deinen Bauch zu atmen. Diese Übung kannst du natürlich auch in jeder Alltagssituation anwenden.

 

Deine Erfahrungen mit der Atemmeditation

Hast du bereits Erfahrungen mit der Atemmeditation? Wie hat sie den Kontakt zu deinem Körper geschult? Deine Meinung ist gefragt!

 

In dem nächsten Artikel werde ich auf weitere Techniken der Achtsamkeitsmeditation eingehen.

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