Die Geschichte des Buddha und was wir von ihr lernen können

Das Leben des Siddhartha Gautama

 

Hier steht eine Silhoutte des Buddhas in einem Sonnenuntergang
Der Buddha war einer der einflussreichsten Charaktere der Menscheitsgeschichte

 

Der Buddha („der Erleuchtete“), unter bürgerlichem Namen Siddhartha Gautama, wuchs im 6. Jahrhundert v.Chr. in einem großen Klan namens Shakyas, in Lumbini (heute das moderne Nepal) auf. Sein Vater war der König des Stammes und seine Mutter starb tragisch sieben Tage nach seiner Geburt. Trotzdem prophezeite ein Heiliger, dem jungen Königssohn eine große Zukunft, als König, Heeresführer oder spirituellem Lehrer voraus.

 

Das Leben in Isolation

 

Um seinen Sohn vor der den schlimmen Leiden der Menschheit zu bewahren, baute der König ein Schloss für den Buddha, in dem er aufwachsen sollte, ohne jeglichen Kontakt zur Außenwelt zu bekommen.

 

Der junge Prinz war in vielerlei Hinsicht sehr talentiert. Er beherrschte viele Sprachen, war ein begabter Mathematiker und zeigte oft seine Affinität zu verschiedenen Sportarten. Als wissbegieriger junger Prinz, inspirierte er bereits viele Menschen dabei ihren spirituellen Weg zu finden.

 

Obwohl der Buddha in relativem Überfluss lebte, hatte er bis zu seinem 20 Lebensjahr sehr wenig von der Außenwelt mitbekommen. Er verspürte eine innere Unzufriedenheit und Unvollkommenheit. Irgendwann konnte er sich seiner Neugierde nicht mehr entziehen und beschloss, diese ihm unbekannte Welt endlich kennenzulernen.

 

Konfrontation mit der Realität

 

Also nahm der Buddha sich einen Führer aus der Königsgarde an die Hand und ließ sich von ihm aus dem Palast führen. Schnell wurde der junge Prinz mit der Realität konfrontiert. Er sah einen alten Mann, der sichtlich vom harten Leben gezeichnet war. Diese Konfrontation erschütterte das Weltbild des Prinzen in seinen Grundfesten, sodass er mehr über diese Seite des Lebens erfahren wollte. Auf seinen nachfolgenden Ausflügen, begegnete der junge Buddha, neben dem ihm fremd vorkommendem Leiden und der maßlosen Armut der Menschen, unter anderem vielen kranken Menschen und einer verwesten Leiche.

 

Sichtlich geschockt von dieser Seite des Lebens, wurde dem Buddha bewusst, dass Leiden und Schmerz fester Bestandteil des menschlichen Daseins waren und er für lange Zeit in einer Scheinwelt lebte. Nach dieser Erkenntnis und dem daraus resultierenden Mitleid, welches er für die Menschen empfand, entschloss sich der Buddha seinem priviligiertem Leben abzusagen und der Wahrheit auf den Grund zu gehen und dabei die Menschheit von ihrem Elend zu erlösen.

 

Der Weg zur Erleuchtung

 

Also verließ der Buddha mit 29 Jahren seine königliche Familie und lebte zunächst in Askese. Er verzichtete also auf jegliche, sinnliche Genüsse und Vergnügungen, um schließlich einen höheren Bewusstseinszustand zu erlangen. Als er merkte, dass er nach langwierigem Verzicht immer noch keine Ursache für das Leid der Menschheit ausmachen konnte, verdoppelte er seine Anstrengungen und hungerte sich fast zu Tode.

 

All seine Bemühungen schienen vergeblich gewesen zu sein, bis er angesichts seines elenden Zustands, eine Reisschale von einer Frau bekam. Er realisierte daraufhin, dass sein Verzicht auf sämtliche Dinge, ebenfalls nur Leid mit sich brachte und deshalb beschloss er, das Leben als Asket aufzugeben. Von dort an predigte er den Menschen den Pfad der Mitte an, anstatt ständig ein Leben in Extremen zu leben.

 

Der Buddha erkannte also, dass er durch krankhaftes Streben keine zufriedenstellende Antwort bekommen würde. Also, setzte er sich in dieser gleichen Nacht unter den Boddhi Baum und entschloss sich so lange zu meditieren, bis er die Wahrheit erfahren würde.

 

Der Legende nach, meditierte der Buddha mehrere Tage unter dem Baum. Während dieser Zeit, kämpfte er mit all seinen menschlichen Trieben und Vorstellungen. Seine Gedanken schienen einem unaufhörlicher Strom aus mentalem Ballast zu gleichen, der ihn von der Entdeckung der eigentlichen Wahrheit abzuhalten schien. Tag ein Tag aus kämpfte er mit seinen Verlangen, die versuchten, ihm eine klare Sicht auf die Dinge zu verwehren.

 

Nach sechs Tagen öffnete der Buddha langsam seine Augen und erkannte, dass er all die Zeit nach etwas gesucht hatte, das er nie verloren hatte oder hätte finden müssen. Er erlangte in dieser Situation vollkommenen inneren Frieden, dabei spürte er wie eine große Last von seinen Schultern fiel. Sein Leiden und seine Unwissenheit entstanden aus seinem Verlangen heraus eine Antwort zu finden. Er erkannte, dass dieser Zustand jedem Menschen innewohnt und trotzdem der Großteil der Menschheit leidet und nicht weiß wie man sich davon befreit. An diesem Tag erlangte der junge Prinz seine „Erleuchtung“ und den Namen Buddha.

 

Der Buddha verspürte jedoch anfänglich keine Notwendigkeit dafür, seine Erkenntnisse zu teilen. Er war davon überzeugt das man den Zustand den er erreichte, nicht mit Hilfe von Wörtern oder Lehren überbringen könne. Er fürchtete, dass die Menschen nicht verstehen könnten, was er ihnen Nahe bringen wollte,

 

Der Legende nach, überredete jedoch der König der Götter, Brahma, den Buddha, seine Erkenntnisse zu teilen und den Menschen zu helfen, sie von ihrem Leid zu erlösen. Also brach der Buddha auf und fing an seine Erkenntnisse zu teilen.

 

Welche Lehren können wir der Geschichte des Buddha entnehmen?

 

  1. Schmerz ist ein fester Bestandteil menschlichem Daseins

 

Es ist eine bittere Wahrheit, die wir oft nicht akzeptieren wollen… Im Leben laufen Dinge häufig nicht rund! Das Problem ist, das uns ständig eingeredet wird, dass das Gegenteil der Fall sein muss, dadurch leiden wir oft unnötigerweise. „Unser Leben darf nicht von Rückschlägen gekennzeichnet sein“, „Negative Gefühle oder Gedanken sind etwas Schlechtes.“

 

Ich denke jedoch, dass negative Ereignisse, Gefühle oder Erfahrungen, die Momente in unserem Leben definieren, dir wir als schön und belebend empfinden. Das eine kann ohne das andere nicht existieren. Deshalb ist es wichtig, dass man sich nicht gegen einen der beiden Pole auflehnt.

 

Der Buddha tat alles um seinem Schmerz (Unwissenheit) zu entfliehen, jedoch erlangte er erst inneren Frieden, nachdem er diesen akzeptierte und ihn als integralen Teil seines Daseins respektierte.

 

Wenn wir lernen negative Aspekte unseres Lebens genauso zu würdigen wie unsere positiven, ersparen wir uns ein großes Maß an Leid und lernen das Leben neu zu schätzen. Es ist okay, wenn wir uns manchmal nicht gut fühlen, oder etwas in unserem Leben passiert, was uns aus der Fassung bringt.

 

Sollten wir also in so einem Zustand verweilen? Nein das sollten wir nicht, jedoch bekommen wir durch bloße Akzeptanz der Situation eine klare Sicht der Dinge, die uns aus diesen Situationen leiten kann. Durch eine verschwommene Sicht auf gewisse Umstände, fällt es uns häufig schwer, Auswege und Lösungen zu finden.

 

  1. Streben bringt Leid mit sich

 

In der letzten Artikelserie bin ich in großem Maße auf die Zielsetzung eingegangen. Ich habe dort erklärt, warum ich diese Form des Strebens so wertvoll finde. Wichtig finde ich hierbei, dass uns bewusst wird, dass unser Streben in jeder Hinsicht weiteres „Leid“ mit sich bringt. Wenn wir uns dem gewahr werden, können wir den Prozess, Hindernisse, sowie Erfolge gleichermaßen würdigen und somit unser Leben positiv beeinflussen.

 

Was genau passiert, wenn wir an einem Ziel angekommen sind? Wir freuen uns, dass wir angekommen sind und verspüren einen gewissen Stolz. Doch nachdem ein bisschen Zeit vergangen ist, verfliegen diese Gefühle und wir verspüren einen erneuten Drang, uns neue Stimulation zu verschaffen.

 

Es scheint ein Teufelskreis zu sein, aus dem es scheinbar keinen Ausweg gibt. Wir suchen nach sinnlicher Berauschung, im besten Fall bekommen wir sie und nach einer kurzen Zeit suchen wir erneut nach etwas, dass uns glücklich macht. Doch ist all das nur temporär und nie von langer Dauer.

 

Sollen wir nun all unser Streben aufgeben und unter Bäumen meditieren? Ich denke, dass wir dadurch viel Potenzial verschwenden würden und dabei nicht vollkommen am Leben teilnehmen würden. Trotzdem ist auch hier, eine bloße Erkenntnis dieser Tatsache ein großer Segen. Wir sollten unser Glück nicht von irgendwelchen belanglosen externen Zuständen, Situationen oder Vorstellungen abhängig machen.

 

Es gibt keinen Endpunkt in unserem Leben, an dem wir für immer glücklich sind. Das Leben ist eine Reise, die uns an verschiedene Orte bringt. Wenn wir lernen diesen Prozess anzuerkennen, bekommen wir eine neue Perspektive auf das Leben und können dadurch langfristig glücklich werden.

 

Setzen wir uns also Ziele und arbeiten auf unsere Vision hinaus, ohne den Großteil unseres persönlichen Glücks davon abhängig zu machen, können wir mit einer klareren Sicht der Dinge agieren und den Verlauf, sowie Herrausforderungen genauso würdigen, wie das Endziel.

 

  1. Der mittlere Weg kann häufig die beste Option sein

 

Wollen wir heutzutage erfolgreich in etwas sein, ist es problematisch dauerhaft den mittleren Weg einzuschlagen. Manchmal muss man die extra Meile gehen, um sein Ziel zu erreichen, auch wenn hierbei ein gewisses Maß an „Leid“ verursacht wird.

 

Dazu gehört es Dinge zu tun, auf die wir im Moment keine Lust haben. Außerdem müssen wir häufig unsere Komfortzone verlassen und einen produktiven Umgang mit unseren Ängsten finden. Trotzdem ist diese Aussage von großem Wert. Wenn wir langfristig an den extremen Enden des Lebens agieren, kann es passieren, dass wir uns überfordern und nicht mehr ruhen können.

 

Früher noch als Unsinn verufen, verursachen heutzutage Burnout und chronischer Stress immer häufiger Probleme für uns Menschen und die Gesellschaft. Woran liegt es das viele von uns heute überfordert sind? Wir können oft nicht mehr die Bremse ziehen und die Dinge langsamer angehen lassen. Folglich ist unser Geist rastlos und unser Körper antriebslos.

 

All das sind Zeichen dafür, das unsere Vorgehensweise nicht fördernd ist und wird andere Optionen erwägen müssen. Finden wir die Balance zwischen konzentrierter Performance und Zeit zum Entspannen und dem Aufladen unserer Energiespeicher, können wir langfristig bessere Leistungen abrufen.

 

 

Zusammenfassung

 

Obwohl wir heutzutage in einer vollkommen anderen Gesellschaft leben als der Buddha, gibt es grundsätzlich jedoch ähnliche Herausforderungen, wie damals. Viele Weisheiten die der Buddha geteilt hat, kann man meiner Meinung nach, heutzutage gut anwenden, um mit einigen Stolpersteinen auf seinem Weg besser umzugehen. Man sollte alles jedoch mit kritischem Auge betrachten und letztendlich selbst entscheiden, wie man sein Leben bestimmen möchte.

 

In dem nächsten Artikel werde ich auf die Meditationspraxis eingehen und erläutern ob sie viel Potenzial für uns birgt oder man sie eher mit Skepsis betrachten sollte.

 

 

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