Negative Emotionen: 3 Schritte, um konstruktiv mit ihnen umzugehen

Negative Emotionen und ihr Einfluss auf unser Leben

Hier schaut ein Mann verzweifelt in den Spiegel
Negative Emotionen können uns das Leben schwer machen

 

Sie beeinflussen uns jeden Tag. Manchmal erleben wir durch sie einen wahren Glücksrausch und ein anderes mal, führen sie zu einem Gefühl der Leblosigkeit. Emotionen geben unserem Leben die gewisse Würze und doch kann der Umgang mit ihnen häufig sehr schwierig sein. Deshalb gehen wir heute ein wenig mehr auf den Ursprung von Emotionen ein und ergründen, ob es effektive Möglichkeiten gibt, vor allem mit negativen Emotionen konstruktiv umzugehen.

 

Was sind Emotionen?

 

Über diese Frage haben Philosophen und Psychologen lange debattiert. Sind sie Teil der Seele, eine Reaktion auf körperliche Veränderungen oder das Resultat einer spezifischen Bewertung eines Zustandes? Diese Fragen sind schwierig zu beantworten und es gibt bis dato noch keine einstimmige wissenschaftliche Meinung zu Emotionen. Emotionen wird jedoch häufig eine physische und mentale Komponente zugeschrieben, dass heißt beim Empfinden einer Emotion finden körperliche Veränderungen statt (Ausschüttung von Neurotransmittern und Hormonen) und ein subjektives Empfinden, dass sich in einem bestimmten Gefühl wiederspiegelt. Und genau dort wird es spannend, denn dieses subjektive Empfinden einer Emotion, kann von Person zu Person, teilweise sehr unterschiedlich sein. Das kann ein Grund dafür sein, dass Menschen verschiedenste Emotionen, unterschiedlich wahrnehmen und auch ausdrücken.

 

Es ist außerdem wichtig zwischen einer Emotion und einer Laune zu unterscheiden. Emotionen sind relativ kurzlebige Reaktionen auf etwas Bestimmtes und machen sich zum Beispiel durch ein Gefühl der Freude, Angst, Stress oder Panik bemerkbar. Eine Laune hingegen ist ein allgemeineres Gefühl, dass sich durch seine anhaltende Dauer bemerkbar macht. Sie macht sich zum Beispiel durch ein Gefühl von Glück, Traurigkeit, Frustration oder Verachtung bemerkbar.

 

Warum verspüren wir Emotionen?

 

Es scheint, also ob Emotionen verschiedene psychologische und physiologische Eigenschaften beeinflussen. Man könnte annehmen, dass Emotionen ein zentraler Teil des menschlichen Daseins sind und das wir uns durch unsere ausgeprägte emotionale Wahrnehmung, grundsätzlich von anderen Lebewesen unterscheiden. Menschen scheinen eine komplexere Emotionswelt zu besitzen als Tiere, jedoch ist diese Aussage nur bedingt wahr und es zeigt sich, dass Tiere in der Lage sind, vielschichtige Emotionen zu empfinden und auszudrücken.

 

Emotionen, verleihen unserem Leben außerdem das gewisse „Etwas“, in dem sie unseren Gemütszustand beeinflussen und somit eine gewisse Tiefe in unser Leben bringen. Für viele Menschen sind starke Emotionen zum Beispiel ein wichtiger Bestandteil von Kreativität. In vielen Bereichen, in denen wir unsere Kreativität zum Ausdruck bringen, wie zum Beispiel der Musik, ist es leicht zu beobachten, wie diese Art der Kunst oft mit starken Emotionen verknüpft ist.

 

Schauen wir uns Emotionen von einem evolutionären Standpunkt an, wird es deutlich, dass uns Emotionen hauptsächlich dabei geholfen haben zu überleben. Sie haben uns dabei unterstützt, in verschiedenen Situationen, in gewisser Weise richtig zu reagieren, um unser Überleben zu sichern. Immer wenn wir eine Emotion erleben, finden dabei in unserem Körper Reaktionen statt, die uns auf die bevorstehende Situation vorbereiten. Wenn wir zum Beispiel, nach dem Anblick von etwas, Ekel empfinden, verengen sich unsere Pupillen, unser Mund schließt sich und wir bewegen uns automatisch weg von dem Objekt.

 

Das Gefühl von Ekel, wird dabei unterbewusst von einem Objekt ausgelöst, das ein scheinbares Gesundheitsrisiko für uns darstellt, wie zum Beispiel, vergammeltes Fleisch. Um zu überleben und in unserer Welt zu funktionieren, müssen wir uns also mit all unseren Emotionen in Verbindung setzen, auch mit den weniger angenehmen. Wenn du zum Beispiel nachts alleine auf der Straße läufst und dir kommt eine bedrohliche große Gruppe von Männern entgegen, wird sich bei dir vielleicht ein ungutes Gefühl breit machen und du entscheidest dich, die Straßenseite zu wechseln. Dank dieser Reaktion, hast du vielleicht schlimmeres verhindert.

 

Wir brauchen also manchmal negative Emotionen, um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Studien zeigen zum Beispiel, dass Tiere, die unfähig sind Angst zu verspüren, Schwierigkeiten haben in ihrer Umwelt zu überleben. Das Gleiche könnte man bei Menschen vermuten.

 

Von einem biologischen Standpunkt aus gesehen, sind negative Emotionen, wie zum Beispiel Angst und Stress, Reaktionen auf unsere unmittelbare Umwelt und signalisieren uns, dass unser Wohlbefinden und Überleben, bedroht sind. Diese Reaktionen, sollen uns für Handlungen motivieren, die uns wieder in unser natürliches Gleichgewicht bringen, in dem wir uns sicher und unbedroht fühlen. In diesem natürlichen Gleichgewicht, fühlen wir generell positive Emotionen, wie Freude und Liebe.

 

Obwohl, wir in unserer modernen Gesellschaft immer weniger lebensbedrohlichen Situationen ausgeliefert sind, leiden viele Menschen unter einem konstanten Gefühl der Angst und wissen häufig nicht wie sie damit umgehen sollen. Dieses Gefühl der dauerhaften Angst und anderen negativen Empfindungen, kann die Lebensqualität drastisch verringern, unsere Beziehungen belasten und zu regelrechten Miseren führen, deshalb ist es umso wichtiger einen konstruktiven Umgang mit seinen Emotionen zu finden.

 

Umgang mit negativen Emotionen

 

Es gibt meiner Meinung nach keine ultimative, allumfassende Anleitung für den Umgang mit seinen Emotionen, dafür sind sie zu komplex und wir Menschen einfach zu verschieden. Trotzdem denke ich, dass wir uns alle gewissen Dingen bewusstwerden können, die uns dabei helfen, einen effektiven Umgang mit unseren negativen Emotionen zu finden. Deshalb gehe ich jetzt auf diese Möglichkeiten ein..

 

  1. Akzeptanz von negativen Emotionen

 

Wir sind nicht perfekt und werden es höchstwahrscheinlich nie sein. Wäre ja auch irgendwie ein bisschen langweilig, wenn dem so wäre. Wir werden immer wieder negative Emotionen empfinden und können nun entscheiden, ob wir uns dagegen sträuben oder wir die Dinge so nehmen, wie sie sind. Ich finde letzteres eine bessere Herangehensweise, da wir durch das reine Unterdrücken und Ablehnen von unseren Emotionen bereits großes Leid auslösen, dass wir uns eigentlich hätten ersparen können. Durch das Ablehnen des momentanen Zustands, verlieren wir den Kontakt zum gegenwärtigen Moment, unseren eigenen Emotionen und somit wird uns ein effektiver Umgang mit der Situation erschwert. Außerdem ist es wichtig zu erkennen, dass unsere negativen Emotionen, schlichtweg unsere positiven definieren. Das eine kann ohne das andere nicht existieren. Außerdem könnten wir nicht zwischen ihnen unterscheiden, wenn sie nicht grundlegend, in ihrem Empfinden und Eigenschaften unterschiedlich wären.

 

  1. Bewusstwerden des emotionalen Innenlebens

 

Wir Menschen nehmen Emotionen unterschiedlich wahr. Während manche Menschen Emotionen stärker wahrnehmen, gibt es wiederrum Menschen, die sich kaum darüber bewusst sind, was in ihnen vorgeht. Wir alle reagieren unterschiedlich auf verschiedenste Situationen und dies geschieht meistens nach ähnlichen Mustern. Es bedarf ein wenig Übung, aber es ist wichtig das wir diese Muster erkennen und realisieren wie sie uns beeinflussen. Das ist der erste Schritt, um sich ein wenig von ihnen loszureißen. Das Beobachten der eigenen Reaktionen und der emotionalen Wahrnehmung kann sehr schwierig sein, da wir in aufreibenden und stressigen Situationen, häufig dann nicht in der Lage sind, uns mit einem klaren und ruhigen Geisteszustands selbst zu beobachten. Die Achtsamkeit, die wir ausführlich in vorigen Artikeln ergründet haben, kann hierbei sehr hilfreich sein,

 

  1. Identifikation mit ihnen auflösen

 

Einer der schwierigsten, aber am wichtigsten und hilfreichsten Schritte, ist die Loslösung von seinen eigenen negativen Emotionen. Wie vorher schon beschrieben, kann dies je nach Intensität dieser Emotionen, teilweise eine große Herausforderung sein.

 

Nehmen wir mal an, du bist auf der Arbeit und kommst mit einem Kollegen, den du sowieso nicht wirklich gerne hast und mit dem du eigentlich den Kontakt meidest, in eine Auseinandersetzung, weil du empfindest, dass die Aufgaben die euch zugeteilt wurden, unfair verteilt wurden. Dir wird plötzlich warm im ganzen Körper, dein Puls steigt, deine Atmung wird schneller und du fängst an in deinem Kopf zu fluchen. Die Wut hat dich fest im Griff!

 

In dem dir bewusst wird, was in dir vorgeht, kannst du wieder Kontrolle über dich und die Situation gewinnen. Du nimmst also die Wut in dir, als das wahr was sie ist und fragst dich dann, was jetzt wirklich wichtig ist und wie du die Situation am besten lösen kannst. Außerdem ist es wichtig, zu erkennen das du in jeder Situation eine Wahl darüber hast, wie du reagierst. Dadurch wird der Einfluss dieser Emotion, schon weitgehend entkräftet und du kannst wieder einen klaren Kopf bewahren. „Spüre das Gefühl, werde aber nicht eins mit ihm. Beobachte, lasse zu und befreie dich.“- Buddha

 

 

Deine Erfahrungen mit negativen Emotionen

 

Wie gehst du mit deinen negativen Emotionen um und welchen Schwierigkeiten läufst du dabei über den Weg? Deine Meinung ist gefragt!

 

 

 

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